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Grenzfluktuationen:
Die Ästhetische Evolution der digitalen Skulptur
von
Christiane Paul
Teleproduktion and Netzwerk-Skulptur
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Die gravierendste Veränderung, die die neuen Kommunikationstechnologien
mit sich gebracht haben, ist die Entwicklung einer vernetzten Gesellschaft,
die unmittelbaren Informationsaustausch und Kooperation über weite
Entfernungen ermöglicht. Im Bereich der digitalen Skulptur eröffnet
die "ferngesteuerte" Interaktion Möglichkeiten der Teleproduktion
-- der Kreation virtueller oder physischer Skulpturen durch Teamwork von
Künstlern/Designern via Internet. Teleproduktion erlaubt, physische
Objekte an jedem Ort der Welt herzustellen und, wie Dan
Collins betont, das Potential ferngesteuerter, computerisierter
3D-Visualisierung in einen ausgedehnten Dialog mit dem haptischen und
kinetischen Potential des menschlichen Körpers treten zu lassen --
jede Idee, wo auch immer sie produziert wird, läßt sich im
wörtlichen Sinne "in den Griff" bekommen.
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Endlich Befreiung von den Fesseln und Einschränkungen der redaktionellen
Zensur traditioneller Kommunikationssysteme und ihres despotischen
Zugriffs auf die Kunst. - Keith Brown
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Sowohl Collins als auch Smith weisen auf die Implikationen
hin, die diese Methode für traditionelle Kunstausstellungsformate
hat: Potentiell erlaubt die Teleproduktion, Frachtkosten, Zoll, Lagerhaltung,
sowie das tradionelle Modell des Kunstmarkts zu umgehen. Die Möglichkeit,
Formen und Produkte global zu "teletransportieren" heißt, daß
sie vor Ort kreiert werden können, wann immer und wo immer sie gebraucht
werden.
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Ich sehe den Wert und die Zukunft darin, daß Teleproduktion
und Skulptur wechselzeitig Nutzen auseinander ziehen können --
die Skulptur daraus, daß der Zugang zu Materialien und Prozessen
möglich wird, die für kommerzielle Anwendung entwickelt
worden sind und einzelnen Künstlern normalerweise nicht zur Verfügung
stehen, und die Teleproduktion daraus, daß sie herausgefordert
wird, mit einer philosophisch orientierten, einzigartigen Form des
Outputs zu arbeiten. - Derrick Woodham
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Keith Brown sagt
der Teleproduktion eine rosige Zukunft voraus, falls sie tatsächlich
erhöhte Zugriffsmöglichkeiten für alle, die Dezentralisierung
des Markts, der Produktionsmittel und der Art und Weise, auf die sie bisher
von Institutionen und dem Kunstmarkt kontrolliert worden sind, bedeuten
sollte. Die Idee, normalerweise unterrepräsentierte Gruppen in den
Designdialog einzubeziehen, könnte sich allerdings als Utopie erweisen,
wie Dan Collins einräumt.
Das Gros der Informationen, die heute verfügbar sind, ist nur für
eine Minderheit der Weltbevölkerung zugänglich.
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Telepräsenz und Teleproduktion sind ohne Zweifel
revolutionäre Entwicklungen, aber eine Verbesserung des Zugangs zu
diesen Technologien erfordert immer noch grundlegende Veränderungen
bestehender Systeme. Christian Lavigne
sieht eine der größten Gefahren, denen elekronische Kunst ausgesetzt
ist, darin, daß sie eine Alibifunktion bei der Verfolgung rein kommerzieller
Interessen übernehmen könnte. Seiner Ansicht nach ist die gefährlichste
Ideologie ein Liberalismus, der die Mittel mit dem Zweck verwechselt.
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Bis jetzt ist Teleproduktion noch keineswegs eine weitverbreitete Praktik.
Vielleicht wird Intersculpt 99 - eine Veranstaltung, die in jedem Fall
ein interessantes Forum und eine Plattform für den Austausch unter
Bildhauern sein wird - auch Möglichkeiten bieten, praktische Erfahrungen
mit den Vorteilen des Designs innerhalb eines dezentralisierten, vernetzten
Teams zu sammeln.
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